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Archiv der Kategorie 'Meinung'

Wie gefährlich ist Google?

Sonntag, den 9. März 2008

Video: Der Google-Masterplan by: Ozan Halici & Jürgen Mayer

Es fällt mir zunehmend schwer, eine plausible Haltung gegenüber der Nutzung von Online-Applikationen der Firma Google einzunehmen. Einerseits bin ich begeistert von den wirklich effizienten und dazu noch kostenlosen Lösungen, die Google anbietet, andererseits wächst im Zuge der vielfachen Nutzung dieser Anwendungen bei mir die Angst davor, was die Firma Google eigentlich alles anstellt (oder anstellen könnte) mit meinen persönlichen Informationen.

Ein erster Schreck fuhr mir in die Knochen, als ich eine private gmail an mich las und am Rand etliche Kleinanzeigen zu lesen bekam, die unmittelbar auf den Inhalt dieser E-Mail bezug nahmen. Den zweiten Anlass zum Nachdenken bot mir die Studie von Hermann Maurer (TU Graz) und seinen Mitstreitern, die zwar in ihrer Form eher den Geist einer Verschwörungstheorie verströmt, dennoch werden dort Fakten beschrieben, die zumindest dringenden Klärungsbedarf signalisieren. Und schließlich wurde ich von der Datenschutzbeauftragten unserer Universität auf ein Schreiben des SuMa-e.V. aufmerksam gemacht, in dem deutlich gemacht wird, dass ich mich mit folgendem Passus einverstanden erkläre, wenn ich Google Apps einsetze:

“Durch Übermittlung, Einstellung oder Darstellung der Inhalte gewähren Sie Google eine dauerhafte, unwiderrufliche, weltweite, kostenlose und nicht exklusive Lizenz zur Reproduktion, Anpassung, Modifikation, Übersetzung, Veröffentlichung, öffentlichen Wiedergabe oder öffentlichen Zugänglichmachung und Verbreitung der von Ihnen in oder durch die Services übermittelten, eingestellten oder dargestellten Inhalte” (aus den aktuellen Servicebedingungen von Google, abgerufen am 9.3.2008)

Wie sollen wir - insbesondere im Bereich Forschung und Lehre - mit diesem Sachverhalt umgehen? Google vergesellschaften? ;-) Die Entwicklung von OpenSource Such-Algorithmen fördern? Google meiden und andere Suchmaschinen und Dienste nutzen? Was bedeutet es, wenn ein privates Unternehmen einen derart umfassenden Einfluss auf die Inhalte von Forschung und Lehre hat? Wer hat plausible Antworten?

Im folgenden einige Hintergründe zu dieser Diskussion, gegliedert in Argumente, die für (Pro) und gegen (Kontra) die Nutzung von Google-Services sprechen:

Pro

  • 55 Ways to Have Fun With Google (PDF)
  • Google Apps
  • Michael Kerres: Google Apps an der Uni Duisburg-Essen
  • Kontra

  • Google Apps: Nutzungsbedingungen
  • Suchmaschinen-Studie TU-Graz (Maurer, H. 2007, PDF)
  • Kommentar zur “Maurer-Studie” (Heise.de, 2007)
  • Die Google-Story (D.Vise, M.Malseed)
  • Der Google-Masterplan (Video, Hochschule Ulm)
  • SuMa-Blogger
  • Informelles Lernen

    Mittwoch, den 30. Januar 2008

    Während der Diskurs um die effiziente Ausgestaltung von e-Learning Szenarien nur in seltenen Fällen einen klaren Bezug auf bewährte und historisch gewachsene Erkenntnisse aus Pädagogik und Didaktik erkennen lässt, hebt sich die Debatte um das informelle Lernen hier erfrischend ab. Autoren in diesem Feld bemühen sich geradezu um historisch und pädagogisch begründete Erläuterungen ihrer Thesen. Bestes Beispiel: infed.org, eine seit 1995 von Mark K. Smith betriebene Homepage zum Thema “informal education”. Dort finden sich z.B. Hintergrundinformationen zur Arbeit von Jerome Bruner, John Dewey, Paulo Freire, David Kolb und vielen anderen Größen der Pädagogik, deren Bedeutung für mediengestützte Formen des Lernens im Kontext von Web 2.0 und Blended Learning kaum überschätzt werden kann. Auch im deutschsprachigen Raum finden sich zahlreiche Artikel und Diskurse, die deutlich machen, dass Autoren im Feld des informellen Lernens größten Wert auf erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich des menschlichen Lernens legen. Insbesondere die Arbeiten von Bernd Overwien und der “informelles-lernen.de”-Blog sind hier hervorzuheben.

    Die ganzen e-Learning Marktschreier, die ständig von einem Hype zum nächsten hetzen, sollten - falls Sie bei ihrer Jagd zufällig auf das informelle Lernen stoßen - einmal innehalten und sich ein Beispiel an dieser Entwicklung nehmen.

    Den größten Einfluss auf den individuellen Lernprozess hat der handelnde Mensch und nicht etwa das Medium. Vielleicht wäre es an dieser Stelle tatsächlich auch notwendig Marshall McLuhan noch einmal neu zu deuten …

  • Was ist informelles Lernen? (Bernd Overwien)
  • infed.org (Mark K. Smith)
  • Jerome Bruner (infed.org)
  • John Dewey (infed.org)
  • Paulo Freire (infed.org)
  • David Kolb (infed.org)
  • Informelles Lernen.de
  • Was ist Didaktik ?

    Freitag, den 16. November 2007

    Mit der Abschaffung der Zentren für Hochschuldidaktik haben sich viele Universitäten von dem Anspruch einer qualitativ hochwertigen Lehre verabschiedet. Konstruktivismus wird vielerorts dankbar aufgefasst als Aufforderung, die Studierenden beim Lernen sich selbst zu überlassen. Anspruchsvolle Lehre und bewusstes didaktisches Handeln wird an teuren Privatschulen möglich gemacht, die großen Massenuniversitäten können sich diesen Luxus nicht leisten. Lieber pflegt man den schönen Schein in Form von Exzellenz-Initiativen im Bereich der Forschung.

    Damit die wesentlichen Aspekte einer anspruchsvollen Didaktik nicht in Vergessenheit geraten, habe ich hier einige Links zusammengestellt, die für fertig ausgebildete Lehrer vermutlich nichts neues darstellen. Für Lehrende an den Hochschulen bleibt die Didaktik häufig ein Buch mit sieben Siegeln.

    Ein Lichtblick am Horizont: Seit Mai 2006 vergibt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Hochschulrektorenkonferenz einen mit 50.000 EUR dotierten Preis für exzellente Hochschullehre.

  • Didaktik-Begriff
  • Was ist Didaktik? (Uni Jena, Zentrum für Didaktik)
  • Grundzüge der allgemeinen Didaktik (Berliner Bildungsserver)
  • Kleines Handbuch Didaktischer Modelle (Karl-Heinz Flechsig)
  • Konstruktivistische Didaktik
  • Aktive Studierende - Didaktische Vielfalt

    Samstag, den 13. Oktober 2007

    Obwohl das konstruktivistische Paradigma inzwischen breite Anerkennung unter Lehrenden an den Hochschulen gefunden hat, begegnet man immer wieder KollegInnen, die durch eine strenge instruktive Gestaltung der Lehrmaterialien den Lernweg der Studierenden explizit vorstrukturieren wollen. Die tatsächliche Komplexität des individuellen Lernprozesses wird in diesen Fällen extrem unterschätzt. In einem aktuellen Blog-Beitrag argumentiert Prof. Peter Baumgartner gegen diese Art der Entmündigung von Studierenden.

    Es sind die Vielfalt und der Variantenreichtum der Lernarrangements, die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und die inhaltlich klar strukturierten Inhalte, sowie deren Verfügbarkeit in verschiedenen medialen Formen (Buch, PDF, Hypertext, Glossar, Index, Podcast, Video, Animation etc), die es Studierenden möglich machen, sich ihr Wissen auf Grundlage der jeweils individuellen Vorerfahrungen selbst zu konstruieren. Aktive Studierende brauchen kreative Lehrende und ein anregendes Lernumfeld!

  • Peter Baumgartner zur didaktischen Vielfalt
        (Peter Baumgartner)
  • Konstruktiver Methodenpool
        (Kersten Reich)
  • Didaktisches Design/Abkehr vom Instruktionsdesign
        (Rolf Schulmeister, PDF)
  • Kritik des “Instructional Design”
        (Astrid Blumstengel)
  • Positivlisten gegen SPAM

    Samstag, den 25. August 2007

    Die permanent zunehmende Flut an SPAM-Mails verursacht bei mir inzwischen einen erheblichen, täglichen Zeitaufwand, von dem ich mich nun mit folgender Maßnahme verabschieden möchte: Ich habe alle meine bestehenden E-Mail-Kontakte in einer Positiv-Liste zusammengefasst und meinen Mail-Client angewiesen, alle eingehenden E-Mails ungelesen zu löschen, deren Absender nicht auf dieser Liste vermerkt sind.

    Damit erhalte ich nur noch E-Mails von Absendern, denen ich vertraue. Diese E-Mails werden natürlich weiterhin auf SPAM und Viren geprüft bevor sie in meinem Eingangskorb landen. Ich bin gespannt wie sich diese Maßnahme in den nächsten Tagen und Wochen auf meinen Mail-Verkehr auswirkt.

    Für Leute, die erstmalig zu mir Kontakt via E-Mail aufnehmen wollen biete ich eine schwächer geschützte Kontakt-E-Mail-Adresse an. In diesem Postfach prüfe ich persönlich ob der Absender vertrauenswürdig ist und mit meiner Antwort an ihn wird er automatisch in meine Positivliste aufgenommen. Einer SPAM-freien Kommunikation mit Neukontakten steht damit auch nichts mehr im Wege …

    Sobald sich im Postfach der Kontakt-E-Mail-Adresse SPAM breitmachen sollte, wird diese Adresse geändert. Wie auch die entsprechenden Web-Formulare in meinem E-Portfolio und meinem Blog.

    Für Einträge in Web-Formulare unterschiedlichster Service-Anbieter halte ich noch einen dritten E-Mail-Account vor, dessen Posteingang ich nur von Zeit zu Zeit persönlich überprüfe.

    Damit müsste ich doch zumindest für die nächsten Monate, durch vergleichsweise leere, übersichtliche und weitgehend SPAM-freie Postfächer, einiges an Zeit gewonnen haben, oder?

    Hat jemand einen besseren Vorschlag? Gibt es Erfahrungen mit Positiv-Listen? Wie können wir sonst dafür sorgen, den Arbeitsalltag freizuhalten von diesem unsinnigen täglichen SPAM-Geschippe?

    Social Software in der Lehre

    Sonntag, den 12. August 2007

    Beim Surfen durch die Blogosphäre fällt mir zunehmend auf, dass es zwar in der Edu-Blogger-Community viele Akteure gibt, die sich aktiv und vielfältig zu Fragen der Mediendidaktik austauschen und dabei auch unterschiedliche Web 2.0-Dienste wie z.B. del.icio.us, flickr, wikis, openBC usw. nutzen. Aber wenn man sich konkrete Beispiele aus Unterricht und Lehre ansieht, dann entsteht der Eindruck, dass die Idee der Vernetzung in der Lehre noch lange nicht angekommen ist.

    Ein positives Vorbild für den Einsatz von Social Software in der Lehre könnte die Scientific Community sein. Im Bereich der Forschung hat diese schon lange bevor es Internet und Web 2.0 gab eine lebendige Kultur des wissenschaftlichen Austauschs etabliert. Über die Kommunikation in Online-Datenbanken, Online-Journalen und Mailinglisten hinaus beschleunigt derzeit der Gebrauch von Social Software diese Form der wissenschaftlichen Vernetzung.

    Wäre es nicht sinnvoll, Studierende an diese Art des wissenschaftlichen Arbeitens heranzuführen? Die Frage, die wir den Lehrenden möglichst pragmatisch beantworten sollten, wäre dann: “Wie helfe ich den Studierenden, sich mit Hilfe von Social Software über die Seminarraumgrenzen hinweg zu vernetzen?” Techniken und Methoden wie Blog-Suchmaschinen gezielt einsetzen, Beiträge bewerten, Kommentieren, Kommentare lesen, auf Kommentare reagieren, Social Bookmark-Netzwerke etablieren und auswerten, usw. müssten vermittelt werden und nicht einfach nur die Funktionalitäten eines Blogs oder eines Wikis und deren Gebrauch innerhalb der Seminarraumgrenzen. Blogs um ihrer selbst Willen - begrenzt nur auf die lokale Lerngruppe - bringen keinen nennenswerten Mehrwert.

    Weiterführende Links

  • Lernen und Kommunizieren mit Blogs
  • Kooperieren mit Wikis
  • Personal Learning Environments (PLE)
  • Die Projektmethode
  • Knowing Knowledge

    Sonntag, den 1. April 2007

    George Siemens, Wissenschaftler am Learning Technologies Centre der Universität Manitoba, Kanada, hat letztes Jahr ein Buch mit dem Titel “Knowing Knowledge” veröffentlicht. Das Besondere daran: das Buch wurde zunächst als Beta-Version in Form eines Wikis publiziert. Die Idee: Wissen hat heutzutage eine derartig schnelle Verfallszeit, dass es sich eigentlich kaum lohnt, ein Buch zu drucken. Inzwischen gibt es das Buch zwar auch in gedruckter Form, dennoch wird das Experiment, dieses Buch im Internet permanent weiterzuentwickeln, fortgeführt.

    Neben der Form dieser Publikation ist auch der Inhalt hoch interessant:

    Vor dem Hintergrund der Informationsüberflutung in unserer heutigen Zeit, beschreibt Siemens aus einer Meta-Perspektive die Prozesse der Wissensaneignung und des Wissenstransfers in einer lernenden Organisation, deren vernetzte “Ökologie” er als Vorbild für Organisationen im digitalen Zeitalter ansieht. Bei der Beschreibung dieser Prozesse greift er in recht origineller Weise auf Analogien zurück, die auf die neurobiologischen Strukturen des menschlichen Gehirns verweisen. Wissen ist angesiedelt im Kollektiv, es wird auf ein Netzwerk von Spezialisten “abgeladen” (Offloaded). Es geht nicht mehr vordringlich darum, Wissen zu konstruieren: viel wichtiger ist es, zu wissen wo, in welcher Datenbank oder bei welcher Person ich Informationen abrufen kann, um mich mit dem hieraus generierten Wissen zu “verbinden”.

    Spannend wird sein zu verfolgen, ob und wie die in diesem Buch dargelegten Thesen sich wissenschaftlich einordnen lassen, insbesondere aus der Perspektive der aktuellen Forschung in den Bereichen Wissensmanagement, Lernpsychologie und Pädagogik. Und vor allem: wie sich dieses Buch verändern wird im Zuge dieser Diskussion, die gerade erst begonnen hat und sich in der Blogosphäre, im Wiki und über sonstige Publikationen im Internet gut nachverfolgen lässt.

  • Knowing Knowledge: Das Wiki
  • Knowing Knowledge: Homepage
  • Knowing Knowledge: Rezension von Dave Pollard
  • Kritik an Siemens “Connectivism” von Pløn Verhagen
  • George Siemens: Stellungnahme zur Kritik Verhagens
  • Blogstudie 2007

    Mittwoch, den 14. Februar 2007

    Um eine Typologie von Blognutzern zu entwickeln, vergleicht die Blogstudie 2007 die Motivation von Bloglesern und Blogschreibern. Unter der Leitung von Prof. Ansgar Zerfaß, Universität Leipzig, wurden über 600 Internetnutzer in Deutschland zu diesem Thema befragt. Interessant z.B.: 68,3% der Blogleser und 64,4% der Blogschreiber sind der Meinung, dass sie in Blogs Informationen finden, die sie sonst nirgends finden.

  • Ergebnisse der Studie
  • Pressemitteilung der Universität Leipzig
  • Hintergrundinformationen
  • Unter dem Titel Lernen und Kommunizieren mit Blogs habe ich eine thematisch gegliederte Linksammlung bereitgestellt, die weitere Informationen zum Einsatz von Blogs in der Lehre verfügbar macht.

    Lernen - Der Kampf der Begriffe

    Dienstag, den 30. Januar 2007

    Was ist eigentlich das Ziel solcher Begriffsdefinitionen? Das Wesen des Lernens zu ergründen oder mit klassischen Marketing-Strategien Wissenschaftsfelder zu besetzen?

    Adobe gibt das PDF-Format frei

    Dienstag, den 30. Januar 2007

    Mit dem Ziel, PDF zukünftig als ISO - Standard weltweit frei verfügbar zu machen, wird Adobe in Kürze die vollständige Spezifikation von PDF 1.7 (Portable Document Format) an die AIIM (Enterprise Content Management Association) übergeben. Die AIIM soll dann alle Belange um das PDF-Format verwalten und die erforderlichen Schritte einleiten, um PDF als ISO-Standard genehmigen zu lassen.

    Pressemitteilungen und Diskussion:

  • adobe.de: Adobe will PDF-Format für Standardisierung freigeben
  • adobe.com: Adobe to Release PDF for Industry Standardisation
  • Diskussion bei TechCrunch



  • » Weiterführende Links
    » Mediengestützte Lehre
    » Publikationen: Wolfgang Neuhaus
    » Hochschuldidaktik
    » Das World Tune Projekt
    » World Tune: Homepage
    » English Online Lesson

    » Wolfgang Neuhaus
    » Beratung: Biologie, Chemie, Pharmazie
    » Büro an der FU
    » Arbeitsportal
    » Yeelab