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Wie gefährlich ist Google?

Video: Der Google-Masterplan by: Ozan Halici & Jürgen Mayer

Es fällt mir zunehmend schwer, eine plausible Haltung gegenüber der Nutzung von Online-Applikationen der Firma Google einzunehmen. Einerseits bin ich begeistert von den wirklich effizienten und dazu noch kostenlosen Lösungen, die Google anbietet, andererseits wächst im Zuge der vielfachen Nutzung dieser Anwendungen bei mir die Angst davor, was die Firma Google eigentlich alles anstellt (oder anstellen könnte) mit meinen persönlichen Informationen.

Ein erster Schreck fuhr mir in die Knochen, als ich eine private gmail an mich las und am Rand etliche Kleinanzeigen zu lesen bekam, die unmittelbar auf den Inhalt dieser E-Mail bezug nahmen. Den zweiten Anlass zum Nachdenken bot mir die Studie von Hermann Maurer (TU Graz) und seinen Mitstreitern, die zwar in ihrer Form eher den Geist einer Verschwörungstheorie verströmt, dennoch werden dort Fakten beschrieben, die zumindest dringenden Klärungsbedarf signalisieren. Und schließlich wurde ich von der Datenschutzbeauftragten unserer Universität auf ein Schreiben des SuMa-e.V. aufmerksam gemacht, in dem deutlich gemacht wird, dass ich mich mit folgendem Passus einverstanden erkläre, wenn ich Google Apps einsetze:

“Durch Übermittlung, Einstellung oder Darstellung der Inhalte gewähren Sie Google eine dauerhafte, unwiderrufliche, weltweite, kostenlose und nicht exklusive Lizenz zur Reproduktion, Anpassung, Modifikation, Übersetzung, Veröffentlichung, öffentlichen Wiedergabe oder öffentlichen Zugänglichmachung und Verbreitung der von Ihnen in oder durch die Services übermittelten, eingestellten oder dargestellten Inhalte” (aus den aktuellen Servicebedingungen von Google, abgerufen am 9.3.2008)

Wie sollen wir - insbesondere im Bereich Forschung und Lehre - mit diesem Sachverhalt umgehen? Google vergesellschaften? ;-) Die Entwicklung von OpenSource Such-Algorithmen fördern? Google meiden und andere Suchmaschinen und Dienste nutzen? Was bedeutet es, wenn ein privates Unternehmen einen derart umfassenden Einfluss auf die Inhalte von Forschung und Lehre hat? Wer hat plausible Antworten?

Im folgenden einige Hintergründe zu dieser Diskussion, gegliedert in Argumente, die für (Pro) und gegen (Kontra) die Nutzung von Google-Services sprechen:

Pro

  • 55 Ways to Have Fun With Google (PDF)
  • Google Apps
  • Michael Kerres: Google Apps an der Uni Duisburg-Essen
  • Kontra

  • Google Apps: Nutzungsbedingungen
  • Suchmaschinen-Studie TU-Graz (Maurer, H. 2007, PDF)
  • Kommentar zur “Maurer-Studie” (Heise.de, 2007)
  • Die Google-Story (D.Vise, M.Malseed)
  • Der Google-Masterplan (Video, Hochschule Ulm)
  • SuMa-Blogger


  • _________________________________

    Bookmark on del.icio.us

    6 Reaktionen zu “Wie gefährlich ist Google?”

    1. Marcus

      Im Internet werden aus attraktiven Angeboten fast immer Monopole. Die Internet-Monopole werden von den Medien gemacht. Die Masse der Internet-User rennt zu den Modellen, die in den Medien am meißten diskutiert werden.

      Google hat wahrscheinlich nicht die beste Suchtechnologie, es gibt Alternativen, doch warum nutzen wir sie nicht? Die meißten kennen andere Suchmaschinen nicht, weil die Medien nicht darüber berichten. Andere, wie ich, kennen Alternativen, googlen aber trotzdem… Es sind Verhaltensmuster in unseren Köpfen die über die Jahre der medialen Diskussion reingebrannt wurden und die sich mit “medialer Bequemlichkeit” verbinden.

      Google startete nicht als “böses” Unternehmen. Ich glaube, das google auch heute nicht “böse” ist, es kann aber definitiv böse werden, weil es alles weis und wissen wird. Ein Messer ist nicht gefährlich, erst der “Benutzer” kann es gefährlich werden lassen. Suchmaschinen “können” Meinungsmachend agieren.

      In Deutschland ist es ganz extrem, es gibt kein Land auf der Erde, noch nicht einmal die USA, in der google so selbstverständlich, als ob es eine staatliche Einrichtung sei, genutzt wird (Marktanteil fast 90%).

      Witzig ist dabei, das unsere Medien, vor allem Verlage, die am meißten über google jammern, doch am liebsten über google berichten. Man füttert quasi das Raubtier, das einen selbst fressen wird. Was im Internet fehlt ist ein heterogenes Polypol von großen Anbietern.

      Eigentlich müsste es mit Suchmaschinen und Internet-Anbietern so sein, wie mit Waschmitteln. In Deutschland nutzt ja auch nicht jeder Persil. Vielleicht würden wir es, wenn die Medien ausschliesslich über Persil berichten würden und Persil das “bequemste” wäre…

      Ich sehe die Herausforderung für einen Wandel in der medialen Erziehung unserer Kinder und unserer Gesellschaft (Erwachsenenbildung), begleitet von einer aufklärenden Verantwortung unserer Medien.

      Und jeder von uns kann sich disziplinieren anderen Anbietern eine Chance zu geben, denn das “belebt” den Internet-Markt. Wer “bequem” ist, nutzt halt alles aus einer Hand, muss sich dann aber nicht wundern, wenn er sich in die totale Abhängigkeit und Transparenz begibt. Daran ist google aber letztendlich nicht schuld… darüber sollte man nachdenken.

      Übrigens promotest Du nur einen bookmarking Service in Deinem Blog, in Deutschland gibt es aber eine Menge mehr ganz interessante und wirklich nützliche Services… wo wir wieder bei der Monopolbildung wären ;o)

    2. Wolfgang Neuhaus

      Du hast recht Marcus, ein wesentlicher Faktor, dass ich in so großem Umfang Google nutze oder auch del.icio.us ist die Bequemlichkeit. Vielleicht müssen wir uns eine vielseitigere Nutzer-Kultur antrainieren …. In gewissem Maße fühle ich mich schon abhängig von Google.

    3. Sites: Das Wiki von Google - erste Erfahrungen « Das Textdepot

      […] Doch nun endlich zu Google Sites. Bevor man sich dafür entschließt, ein wichtiger Hinweis: Man sollte sich wirklich klar werden, ob man die Nutzungsbedingungen von Google annehmen kann/möchte. Hierzu empfehle ich die Lektüre von Mediendidaktik zum Thema und die Diskussion bei Michael Kerres (Kommentare beachten). Ich bin jedenfalls zu dem Entschluss gekommen, es wagen zu können. […]

    4. EduBlog » Blog Archive » Master Plan – about the power of Google

      […] In seinem Blog «Mediendidaktik» ist es Wolfgang Neuhaus gelungen, mit dem Beitrag «Wie gefährlich ist Google?» verschiedene Aspekte der Google-Aktivitäten darzulegen und zur Diskussion zu stellen. Besonders gefallen hat mir der Film «Master Plan» der an der Hochschule Ulm produziert wurde: gut gemacht, Inhalte interessant. […]

    5. netzlernen.ch - Google Apps in der Schule

      […] netzlernen.ch - Google Apps - Holger Hunger vom Lehrerrundmail berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit dem Einsatz von Google-Apps und gibt ein paar Tipps zur Installation.

    6. Lokale Betriebssysteme sind doch out « Black Magic Universe

      […] über Schule, Internet, das Leben, das Universum und den ganzen Rest « Zula fertig Lokale Betriebssysteme sind doch out Dienstag, April 29, 2008 Google geht mir auf den Wecker! Irgendwie ist mir in letzter Zeitaufgefallen, dass Google theoretisch über meine komplette Persönlichkeit bescheid weiß. Ein Indikator zu dieser Erkenntnis war, dass Google in seinem Mailangebot am oberen Bildschirmrand immer öfter Werbung brachte, die sich direkt auf den Inhalt der Mail bezog. Mitunter auf sehr persönliches. Dinge, die Google eben wirlich nichts angehen. Dinge, die vielleicht auch nicht jeden Bekannten etwas angehen. Fairerweise muss man sagen, Google macht nur das, was ich ihnen erlaubt habe. Lange Rede kurzer Sinn: Ich will weg von dieser Datenkrake. […]

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